Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit (IzN) e.V.

 

Internationale Projekte und Aktivitäten

Neben unseren lokalen Projekten im Rhein-Main-Gebiet engagieren wir uns auch international für die Förderung innovativer Nachhaltigkeitsansätze. Im Zuge dessen hat das IzN bereits an verschiedenen Projekten in Europa, Asien, Afrika und Süd-und Mittelamerika mitgearbeitet.

Länder, in denen wir bereits aktiv waren (Karte erstellt mit mapchart.net).

 

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht einiger unserer aktuellen und vergangenen internationalen Projekte und Aktivitäten.


Aktuelle Projekte

Unterstützung bei der Entwicklung von Projektkonzepten zur Produktion von grünem Wasserstoff in Namibia

In der Nutzung des Stroms aus erneuerbaren Energien für eine „grüne“ Wasserstoffwirtschaft setzen wir auf die Produktion von Wasserstoff in Entwicklungs- und Schwellenländern mit besonders vorteilhaften Bedingungen für die Stromerzeugung aus Solar- und Windkraftanlagen. Für Namibia hatten wir Förderanträge und Projektvorschläge beim Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) unter dem Titel: „Green Hydrogen Partnership with Namibia“ eingereicht. Der BMBF Antrag bezog sich auf den Ideenwettbewerb "Wasserstoffrepublik Deutschland", der BMU Antrag auf das Förderprogramm „Exportinitiative Umwelttechnologien“. 2021 haben wir ein Deutsch-Namibisches Unternehmen bei einem Antrag zur Finanzierung einer Machbarkeitsstudie durch die KfW/DEG (www.deginvest.de) für die erstmalige Herstellung von grünem Wasserstoff aus Solarstrom und Elektrolyse in Namibia unterstützt (Pilotprojekt). Die DEG hat diesem Antrag entsprochen und sich bereit erklärt, 50% der Kosten der Machbarkeitsstudie als Zuschuss aus Zusagen des Bundes-ministerium für wirtschaftliche Zusammen¬arbeit und Entwicklung (BMZ) zu finanzieren. Die Machbarkeitsstudie war bis zum Dezember 2021 zur Hälfte fertiggestellt. Unsere Junioren befassen sich im Rahmen einer ergänzenden Studie mit der Verwendung des Wasserstoffs für den Schwerlastverkehr.

Für Entwicklungs- und Schwellenländer halten wir die gefahrlose Speicherung und den Transport von Wasserstoff in einem flüssigen organischen Wasserstoffträger (LOHC: liquid organic hydrogen carriers) für gut geeignet. Im Industriepark Dormagen entsteht zurzeit eine erste LOHC-Anlage zur Wasserstoffspeicherung. Wir verfolgen weiterhin die Entwicklung dieser Technologie.


Förderung der Meeresenergienutzung









NAMA Programm: “Decarbonisation of Electricity Generation on Philippine Islands using Tidal Stream and PV Solar“



Die Meeresenergie, hier speziell die Gezeitenströmung, kann im Verbund mit anderen erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens leisten. Dazu haben wir zusammen mit der Frankfurt School of Finance – UNEP Centre (FS) und unserem Technologiepartner OceanPixel (Singapur) einen entsprechenden Programmvorschlag der philippinischen Regierung bei der NAMA Facility (Nationally Appropriate Mitigation Action) unterstützt. Anfang 2021 erhielten wir eine Finanzierungszusage der NAMA Facility für die Durchführung der Vorbereitungsphase, ebenso wurden Investitionsmittel in Höhe von EUR 20 Millionen für die Investitionsphase reserviert.
Ziel des Programms ist es dazu beizutragen, die Technologie zur Nutzung der Gezeitenstromenergie, die sich technisch bereits unter Realbedingungen bewährt hat und gerade am Beginn der semi-kommerziellen Anwendung steht, zur Marktreife zu bringen. Die Philippinen mit ihrem großen Potential von 170 GW an potentieller Meeresenergie zwischen den tausenden bewohnten Inseln bieten hierfür ideale Bedingungen. Die Stromerzeugung auf Inseln mit isolierten Stromnetzen basiert auf alten, wenig effizienten Dieselaggregaten und ist teuer. Diese soll umgestellt werden auf erneuerbare Hybridsysteme mit Gezeiten- und Solarenergie. Das Programm sieht vor, insgesamt 50 MW installierter Leistung zu fördern, davon 25 MW Gezeitenstromanlagen kombiniert mit 25 MW PV Solaranlagen und 100 MWh Batteriespeicher (derzeitiger Stand). Kernelement des Programms ist die Förderung privater Investoren und Projektentwickler durch zinsgünstige Darlehen.



Die derzeit laufende Vorbereitungs-phase wird im August 2022 mit der Vorlage eines detaillierten Programmvorschlags bei der NAMA-Fazilität abgeschlossen. Das philippinische Energieministerium und die Climate Change Commission steuern den Vorbereitungsprozess, andere Stakeholder wie die Energieregulie-rungsbehörde und NPC-SPUG (National Power Corporation – Small Power Utilities Group) sind eng ein-gebunden. Andere beteiligte Geberorganisationen wie die Energy Transition Partnership von UNOPS und UNDP unterstützen parallel und abgestimmt die staatlichen Partner in den notwendigen vorbereitenden und begleitenden Aufgaben (Training, Anpassung des rechtlichen Rahmens, Roadmap for Ocean Energy). Die beiden wichtigsten philippinischen Förderbanken sind interessiert daran, Strömungsenergie in ihre RE-Portfolien aufzunehmen. Die Implementierungsphase wird – nach Genehmigung durch die NAMA Facility im Herbst 2022– voraussichtlich Anfang 2023 beginnen.
Die 20 Millionen Euro Zuschuss der NAMA Facility werden weitere 150 Millionen Euro an privaten Investitionen ermöglichen. Die erwartete Einsparung von CO2-Emissionen dürfte während der 20-jährigen Laufzeit bei ca. 7,7 Millionen Tonnen liegen. Das Vorhaben wird eine nachhaltige und umwelt-freundliche Versorgung der Bewohner und der Gewerbetreibenden der Inseln über 24 Stunden täglich ermöglichen, was derzeit zumeist nicht gewährleistet ist.
Betrieb und Wartung werden - neben der konstanten Energieversorgung - weitere positive Auswirkungen auf Beschäftigung und Einkommen vor Ort bewirken.
Für mehr Informationen:
https://www.nama-facility.org/projects/philippines-decarbonisation-of-electricity-generation-on-philippine-islands-using-tidal-stream-a.
Link zu Project Brief
Link zu Frankfurt School of Finance and Management
Link zu OceanPixel: https://www.oceanpixel.org/
Link zu Ocean Energy Europe: https://www.oceanenergy-europe.eu/



NAMA Programme: “Decarbonisation of Electricity Generation on Philippine Islands using Tidal Stream and PV Solar“

Ocean Energy, here specifically tidal stream energy (TSE), is expected - together with other sources of renewable energy – to contribute significantly to reach the goals of the Paris Climate Protection Agreement. Together with Frankfurt School of Finance – UNEP Centre (FS) and our technology partner OceanPixel (Singapore), we have supported the Philippine Government to propose the Programme “Decarbonisation of Electricity Generation on Philippine Islands using Tidal Stream and PV Solar“ (Programme) to the NAMA Facility (Nationally Appropriate Mitigation Action). Our proposal was accepted in the beginning of 2021 and NAMA Facility agreed to finance the further preparation for the Programme and earmarked 20 million Euro for the implementation phase.

It is the Programme’s goal to contribute to develop TSE technology to full commerciality. The technology has been tested under real conditions in several parts of the world and is presently entering semi-commercial application. The Philippines with it’s enormous potential of 170 GW of ocean energy between the more of one thousand inhabited islands offers ideal conditions. Energy generation on the small islands with isolated grids shall be changed from often old and inefficient diesel generators to hybrid energy systems based on renewable energies. The Programme foresees to support 50 MW of installed renewable energy (RE) capacity in a combination of 25 MW of TSE, 25 MW photovoltaic solar and 100 MWh battery storage (preliminary figures). The basic element of the Programme is the support of private investors through interest subsidised loans.
Presently we are conducting the preparation phase which will end with the presentation of a detailed programme proposal to the NAMA Facility in August 2022. Our Philippine partners are the Department of Energy and the Climate Change Commission of the Philippines who are steering the Programme. Other stakeholders like the Energy Regulatory Commission and NPC-SPUG (National Power Corporation – Small Power Utilities Group) are thoroughly involved in the Programme preparation. The Energy Transition Partnership (ETP) of UNOPS and the UNDP-Programme DREAMS support the Programme through developing a roadmap for ocean energy and coordinated technical assistance programmes for different partners regarding the legal framework, permitting procedures and integrating TSE into the national promotional instruments for RE. The two most important promotional banks for RE, Landbank of the Philippines and the Development Bank of the Philippines have agreed to integrate TSE projects into their RE portfolio. If the Programme is accepted by the NAMA-Facility in the 2nd half of 2022, implementation phase should start in the beginning of 2023.
The NAMA Facility grant of 20 million Euro is expected to generate around 150 million Euro of private investments. The expected CO2-reductions amount to 2.1 million tons during the first 10 years and 7.7 million tons during the 20 years of duration of the supported Projects. The Programme shall enable a stable, 24 hours per day power supply to the inhabitants and commercial end-users of the islands in a sustainable and environmentally friendly way (presently mostly not guaranteed).
Operation and maintenance along with the stable energy supply shall generate positive socio-economic effects regarding occupation and income of the population on the islands.

For more information:
https://www.nama-facility.org/projects/philippines-decarbonisation-of-electricity-generation-on-philippine-islands-using-tidal-stream-a.
Link to Project Brief
Link to Frankfurt School of Finance and Management:
Link to OceanPixel: https://www.oceanpixel.org/
Link to Ocean Energy Europe: https://www.oceanenergy-europe.eu/
Contact: Peter Wefers: peterwefers1@gmail.com
Maria Báez: M.Baez@fs.de











Abgeschlossene Projekte und Aktivitäten:





Förderung der Deutsch-Brasilianisch-Mexikanische Zusammenarbeit im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz
Wir fördern die Deutsch-Brasilianisch-Mexikanische Zusammenarbeit: In Brasilien haben wir die Forschungskooperation der Universität Campinas mit der TU Darmstadt unterstützt. Hierbei geht es um Erneuerbare Energien aus Biomasse (Nutzung der Abfallstoffe aus der Herstellung von Biotreibstoffen) und die nachhaltige Stadtplanung (energieeffiziente Gebäude, soziale Fragen bei der energetischen Sanierung, nachhaltige Infrastruktur). Im Juli 2014 haben wir an einem Kongress anlässlich der ecogerma2014, einer deutsch-brasilianischen Umweltmesse in São Paulo, teilgenommen.


Unterstützung der deutsch-mexikanische Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Energieeffizienz


In Mexiko unterstützen wir seit 2011 die deutsch-mexikanische Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden des sozialen Wohnungsbaus. Dabei haben wir zusammen mit der GIZ, der GOPA und dem Passivhaus Institut (PHI) an NAMA (Nationally Appropriate Mitigation Action) Strategien mitgearbeitet. Die Leistungen haben wir teilweise ehrenamtlich, teilweise im direkten Auftrag für die GIZ erbracht

Mehr Informationen finden Sie unter: NAMA Mexico



Beratung der NAMA-Fazilität bei Projektevaluierung


Im Auftrag der NAMA Facility hat das IzN mit seinem Team von international erfahrenen Sektor- und Länderexperten die eingereichten Projektvorschläge des 4. Calls bewertet. Wichtige Kriterien der Auswertung waren die erzielbaren Emissionsminderungen, die Geschäftsmodelle, die Nachhaltigkeit und die Machbarkeit innerhalb der 5-jährigen Projektlaufzeit.

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Unterstützung des EuroPhit Projekt


Das EuroPhit Projekt (2013 bis 2017) diente der Förderung der energetischen Gebäudesanierung in Europa. Projektpartner war das Passivhaus Institut mit Partnerunternehmen in anderen europäischen Ländern. Ziel war die Entwicklung von technischen Lösungen und Zertifizierungsverfahren für eine schrittweise Sanierung des Gebäudebestandes nach Wirtschaftlichkeitskriterien auf einen dem Passivhausniveau vergleichbaren Standard. Zur Finanzierung solcher Sanierungen haben wir eine Anleitung für Finanzinstitute erstellt und Finanzierungsmodelle entworfen.



  • Moldau: Seit 2011 arbeiten wir mit dem Moldau Sozial Investment Fonds (MSIF) zusammen. Dabei geht es um Schulgebäude und Kindergärten, deren Energieeffizienz verbessert werden soll. Als erstes Pilotprojekt wird in Moldau ein Modellkindergarten mit  Passivhauselementen errichtet. Hierbei haben wir 2014 den MSIF und das beteiligte deutsche Architekturbüro ehrenamtlich unterstützt. Weiterhin haben wir dem MSIF unentgeltlich eine Zusammenstellung der EU Programme und Finanzierungen erstellt, die ihm bei der Einwerbung von Fördergeldern der EU für seine sozialen Projekte helfen soll.
  • Für Entwicklungsbanken haben wir Leitfäden für die Prüfung von Kleinwasserkraftwerken, Windkraftanlagen, Solaranlagen und Biogasanlagen erstellt.
  • Wir unterstützen ein Projekt des WWF Deutschland, in dem russische Banken dazu bewegt werden sollen, durch Selbstverpflichtungen Nachhaltigkeitsfragen bei ihren Projektfinanzierungen zu berücksichtigen, siehe "Pure Profit for Russia: Benefits of Responsible Finance"
  • Wir haben chinesische, indische und philippinische Banken bei der Einrichtung von Kreditlinien beraten, mit denen Energieeffizienzinvestitionen in Gebäuden und in Industriebetrieben gefördert werden.
  • Wir beraten bei der Umsetzung der Europäischen Chemikalienverordnung REACH. Diese Verordnung verlangt für die Überprüfung und Anmeldung aller chemischen "Altstoffe" die lückenlose Angabe umweltrelevanter und arbeitshygienisch bedeutsamer Daten.
  • Einige gemeinnützige Projekte, die ebenfalls unseren Satzungszweck verfolgen, haben wir durch direkte Spenden unterstützt: Dazu zählt eine Augenklinik in Paraguay sowie die Stiftung Neues Leben mit ihrer Integrativen Schule, Telavi, Georgien, die wir  bei der Sanierung ihres Schulgebäudes beraten und finanziell unterstützt haben. Die Schule ist ein für Georgien vorbildliches Projekt der Inklusion.